„Schicksalspfad“ – Ein Buchprojekt mit Herz und Haltung
von Birgit Hannemann
Aus einem engagierten Projektkurs zur jüdischen Geschichte an der Emmy-Noether-Gesamtschule in Kaarst ist mit viel Herzblut und persönlichem Einsatz das Buch „Schicksalspfad“ entstanden. Am 4. November wurde es in der Pampusschule in Büttgen vorgestellt. Die Mitherausgeber Carl-Wilhelm Bienefeld, Dr. Frederick Krüll und Daniel Wienold freuten sich über ein „volles Haus“ und das große Interesse an der Aufarbeitung eines dunklen Kapitels der deutschen Geschichte, das auch Kaarst, Büttgen und die Umgebung nicht unberührt ließ. Carl-Wilhelm Bienefeld, Diplom-Theologe und Lehrer an der Emmy-Noether-Gesamtschule, zeichnete die Entstehung und seine Koordination des Buches nach und gedachte besonders zweier Wegbegleiter, die diesen Tag nicht mehr miterleben konnten: der Lehrerin Nadine Graber und des Historikers Reinhold Mohr, die beiden Initiatoren, die maßgeblich zum Projekt beitrugen. Auf 328 Seiten vereint „Schicksalspfad“ 63 Beiträge, teils mit Fotos, die von einem breiten Autorenspektrum stammen: von Schülerinnen und Schülern über mehrere Bürgermeister bis hin zu Ministerinnen und Ministern des Landes. Entstanden ist ein Werk, das Menschen aus Politik, Bildung und Gesellschaft zusammengeführt hat, ein gemeinsames Buch über „ein Gestern für ein Morgen“. Die Künstlerin und Galeristin Rena Wertheim aus Büttgen stellte ihr Kunstwerk „Hava Nagila“ vor („Lasst uns jubeln, lasst uns fröhlich sein“) und erläuterte es. In den Landesfarben Israels gehalten, steht es für Hoffnung und für die Freude darüber, jüdisches Leben auch in Deutschland sichtbar zu feiern. Der in Driesch lebende Künstler Burkhard Siemsen ist mit der Abbildung einer Glasmalerei vertreten, dem „Entwurf für ein Europa der abrahamitischen Religionen“. Dr. Frederick Krüll, Rechtsanwalt und 1. Brudermeister, steuerte den Beitrag „Der Jurist und die Diktatur“ bei und erinnerte daran, „dass eine lebendige Erinnerungskultur die Grundlage für eine menschenwürdige Zukunft ist“. Peter Bayer, 2. Brudermeister, regte mit seinem Text „Zum Stolpern“ (S. 275–278) ebenfalls sehr zum Nachdenken an. Ein Beitrag über das Leben „unter der Käseglocke“, als 1989 Geborener in einem von der Familie geschützten Raum und dem Gefühl, „nur ein winziges Zahnrädchen im Getriebe von sieben Milliarden Zahnrädern“ zu sein. Schulleiter Daniel Wienold schließlich zeigte sich sichtlich stolz auf seine Schule und seine Schülerinnen und Schüler. Ihr Engagement, so betonte er, sei ein ermutigendes Zeichen, dass es mit der jungen Generation positiv weitergehe – und schloss seine Rede mit einem herzlichen „Ein Hoch auf meine Schüler!“.
Die Veröffentlichung des Buches wurde durch großzügige Unterstützung mehrerer Organisationen ermöglicht, die auf Seite 325 einzeln genannt sind – unter ihnen auch die Bürgerstiftung Kaarst. „Schicksalspfad“ ist ein Gemeinschaftswerk und eine Herzensangelegenheit – etwas, das an diesem Abend in vielen Gesprächen spürbar wurde. Das Buch ist in den Kaarster Buchhandlungen erhältlich.
Weitere Autorenlesungen:
Am 12. November in der Buchhandlung Petra Esser in Kaarst und
am 22. November in der Galerie Wertheim Arts in Büttgen.