Neues Konzept für die Kaarster Comedy Night
von Birgit Hannemann
Newcomer der Comedyszene präsentieren sich auf kleiner Bühne im „Twenty-Seven“
Mit einem neuen Konzept und an einem neuen Spielort laden der Förderverein F3k und die Stadt Kaarst 2025 zu einer Veranstaltungsreihe ein, in der die Newcomer der Comedyszene dem Kaarster Publikum vorgestellt werden sollen. Aus der „Kaarster Stern Mixed Show“ wird die „Kaarster Comedy Night“. Dabei will die KAARSTER COMEDY NIGHT besonders ein jüngeres Publikum ansprechen. Als neuer Spielort – nur für diese Veranstaltungen – wurde die „twenty seven“ Eventlocation ausgewählt mit Sitz in der Hanns-Martin-Schleyer-Straße 27 in Holzbüttgen, Nähe IKEA. Die Veranstaltungen bekommen einen fixen Spieltag und werden alle donnerstagabends durchgeführt. Die kleine Bühne in der Eventlocation „twenty seven“ soll zu einer bisher nicht gewohnten Nähe des Publikums mit den Künstlerinnen und Künstlern führen. An jedem Abend treten drei junge Talente auf, die jeweils zweimal 20 Minuten lang ihr Können zeigen und mit dem Publikum interagieren. Als Gast hat man direkt nach Ende der Vorstellungen die Möglichkeit, die drei Künstler zu bewerten. Zur KAARSTER COMEDY NIGHT gehören nämlich in diesem Jahr auch wieder die Wahlen der Kandidatinnen und Kandidaten für den Kleinkunstpreis KAARSTER STERN und natürlich auch die Preisverleihung an die Siegerin bzw. den Sieger der letztjährigen Wahlrunden. Sponsor des Vereins F3k e.V., der diesen Kleinkunstpreis zusammen mit der Stadt Kaarst einmal jährlich organisiert und vergibt, ist die Sparkasse Neuss.
Den Anfang machten am 20. März die Künstler Lennard Rosar, Pe Krieger und Sunna Huygen. Und in der Tat, das Konzept schien zu funktionieren, denn das Publikum war voll dabei und ließ sich nicht lange bitten, einzustimmen, mitzusingen und mitzumachen. Das Publikum hatte an dem Programm von Pe Krieger „Das letzte Einhirn“ und ihren vergnüglichen Sprüchen seinen Heidenspaß. Sie setzte sich z.B. mit der Kirche auseinander: Kardinal Woelki klebe am Amt wie „Scheiße am Schuh. Heilige Scheiße sozusagen“. „Wer hält letztendlich länger, der Kardinal oder der Klimakleber“? Mit ihren musikalischen Einlagen wie „Hoch soll er kleben“ und „mit 66 Jahren, da fängt das Kleben an….“ sowie ihrem ironischen Einblick auf so manche Paarprobleme sorgte sie für Lacher im nahezu ausverkauften „twenty seven“.
Sunna Huygen philisophierte über Humor als Überlebensstrategien: Während wir noch über nasse Füße jammern, steht anderen das Wasser bis zum Hals. Ihre Themen waren der Klimawandel, das Patriarchat, Rollenklischees, Sexismus und ganz besonders der Einfluss durch Zunahme rechter AfD-Politik, der Rechtsruck in der Gesellschaft und wie eine starke Links-Bewegung dagegenhalten könne. Das war politische Satire vom Feinsten, die ins Schwarze traf, aber auch nicht jeden im Publikum erreichte.
Lennard Rosar wies aüßerst humorvoll und mit ausgeprägter Körpersprache auf Gesellschaftsprobleme hin, konfrontierte das Publikum mit „Schubladendenken“ und lieferte mit satirischen Bemerkungen Denkanstöße für Veränderungen. Ein Multitalent, das viele Facetten in seinem Repertoire hat.
Ohne Übertreibung kann man schon jetzt sagen, dass nicht nur dieser Donnerstagabend sondern auch alle weiteren Veranstaltungen der KAARSTER COMEDY NIGHT eine attraktive Erweiterung des Kaarster Kabarett- und Kleinkunstprogramms sind. Hingehen lohnt sich immer, die folgenden Termine finden am 5. Juni und am 9. Oktober statt. (bh
Das vollständige Programm ist zu finden unter: www.kabarett-kaarst.de/programm2025
Tickets gibt es unter 3K.RESERVIX.DE