Ein Abend für Clara Schumann: Gisela Saßmannshausen begeistert im Tuppenhof
von Frank Ahlert
Der Kuhstall des Tuppenhofs war gestern Abend nahezu bis auf den letzten Platz gefüllt, als Gisela Saßmannshausen, studierte Germanistin und ehemalige Schulleiterin des Georg-Büchner-Gymnasiums, ihr Publikum mit auf eine Reise durch das „überaus erstaunliche Leben der Clara Schumann“ nahm. Unter dem Motto „Dienstags im Tuppenhof“ entstand ein Abend, der nicht nur informierte, sondern auch zum lebhaften Austausch anregte.
Clara Wieck, später Schumann – für viele ist sie vor allem die hingebungsvolle Ehefrau und Pflegerin des berühmten Komponisten Robert Schumann. Doch Gisela Saßmannshausen zeigte in ihrem kurzweiligen Vortrag, dass Clara Schumann weit mehr war: eine virtuose Konzertpianistin, eine gefeierte Klavierpädagogin und eine Komponistin, die sich in einer von Männern dominierten Musikwelt behauptete. Besonders beeindruckend: Wie sie es schaffte, all dies mit dem Leben als Mutter von sieben Kindern zu vereinen.
Die Herausforderungen ihrer Ehe mit Robert Schumann, ihre künstlerischen Erfolge und ihr unermüdlicher Wille, sich gegen die Widerstände ihrer Zeit durchzusetzen, standen im Mittelpunkt des Abends. Saßmannshausen gelang es, das Publikum nicht nur mit Fakten, sondern auch mit persönlichen Einblicken in das Leben dieser außergewöhnlichen Frau zu fesseln.
In der Pause und nach dem Vortrag wurde lebhaft diskutiert – über Clara Schumanns musikalisches Erbe, ihre Rolle als Frau im 19. Jahrhundert und die Frage, warum ihr Wirken als Komponistin heute oft noch im Schatten ihres Mannes steht. Ein Abend, der nicht nur unterhielt, sondern auch zum Nachdenken anregte.
Wer gestern nicht dabei sein konnte, hat etwas verpasst. Doch vielleicht gibt es ja bald eine Wiederholung – denn das Leben der Clara Schumann ist es wert, immer wieder erzählt zu werden.