Kultur in Kaarst hat Klasse

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Stefan Pelzer Florack vom Kulturamt Grevenbroich und die Kolleginnen vom Kulturamt in Korschenbroich erläutern das Projekt. Foto: Klaus Stevens
Stefan Pelzer Florack vom Kulturamt Grevenbroich und die Kolleginnen vom Kulturamt in Korschenbroich erläutern das Projekt. Foto: Klaus Stevens

Kooperation über Stadtgrenzen hinaus erwünscht

Die Kulturämter im Rhein-Kreis möchten ein neues „Netzwerk Kunst“ gründen, das eine Plattform zum Kennenlernen, zum Austausch und zur Vernetzung sein soll. Die Auftaktveranstaltung, zu der alle Kunstschaffenden aus dem Kreisgebiet eingeladen waren, hat nun auf dem Sandbauernhof in Liedberg stattgefunden. Wenn die Besucherresonanz in Korrelation zum Interesse an Kunst- und Kulturentwicklung steht, sieht es um die Bedeutung von Kultur und den Bedarf an Kultur sehr gut aus. Michaele Messmann, Leiterin des Amtes für Bildung, Kultur und Sport bei der Stadt Korschenbroich informierte, dass aus den Ergebnissen des interkommunalen Kulturentwicklungsplanes (iKEP) gemeinsam mit Stefan Pelzer-Florack, Kulturamtsleiter der Stadt Grevenbroich, ein Konzept erarbeitet wurde, mit dem Ziel, „die Kulturlandschaft im Rhein-Kreis Neuss mit den Kommunen, den Kulturschaffenden sowie den Bürgerinnen und Bürgern aus dem Kreisgebiet zu erfassen und gemeinsame Zukunftsperspektiven zu entwickeln. Netzwerken und gemeinsame Fördermittelakquise sind dabei ganz wichtige Faktoren.

Mit mehreren Referaten und Power-Point-Präsentationen stellte sich das RKP vor – das Regionale Kultur Programm NRW mit den 10 Kulturregionen des Landes NRW - und Frau Dr. Ingrid Misterek-Plagge, Leiterin vom Kulturraum Niederrhein e.V. zeigte zusammen mit ihren Kolleginnen die Kulturregion Niederrhein auf mit ihrer nachhaltigen Kulturarbeit, partizipativen Projekten, beratenden Services, Gestaltung von Kulturlandschaften und Fördermitteln für kulturelle Teilhabe. „Jede Kulturregion sei eine von zehn, die gemeinsam das unverwechselbare Gesicht von NRW zeichnen: Das Land der kulturellen Vielfalt in eng verzahnten Stadt-Land-Räumen mit europäischem Pulsschlag an seinen Benelux-Grenzen“.

Danach wurde zum Netzwerken aufgerufen und alle Anwesenden hatten Gelegenheit, in einem kooperativen Brainstorming Wünsche und Ideen zu erarbeiten, wie sie sich ein „Netzwerk Kunst“ vorstellen und es wurde einerseits schnell deutlich, dass sich die Wünsche ganz klar mehr auf regionale als auf überregionale Impulse in der Kulturarbeit bezogen und dass andererseits das KulturForum Kaarst die meisten dieser Wünsche bereits erfüllt und wir mit unserem KulturForum und dem noch in diesem Jahr zu gründenden Verein auf dem richtigen Weg sind. Im einzelnen wurden folgende Vorschläge gemacht:

  • Vermischen der einzelnen Kunstrichtungen - bei den Ausstellungen in der Städt. Galerie in Kaarst werden Kunst und Musik schon seit Jahren gemeinsam dargeboten
  • Regelmäßige Treffen – Sobald der Verein KulturForum Kaarst in 4. Quartal dieses Jahres gegründet ist, besteht der Plan, zu monatlichen Treffen einzuladen
  • Künstlertreffen und Künstlercafé – Künstlertreffen werden in der Galerie Voltaire in Holzbüttgen stattfinden, ein Kunstcafé gibt es seit vielen Jahren mit dem integrativen Kunstcafé Einblick in Kaarst
  • Besuch einzelner Künstler und Künstlerinnen zum gegenseitigen Kennenlernen – gibt es bereits in Form vom „Arbeitsplatz Kunst“, kann jederzeit ohne großen Aufwand erweitert werden
  • Raum für Ausstellungen und Projekte – gibt es in Kaarst nach Eröffnung der Galerie Voltaire und jetzt bereits im Tuppenhof in Vorst
  • Tanz und Malerei verbinden – lässt sich zu den stattfindenden Ausstellungen organisieren
  • Kulturelle Jugendarbeit – wird in Kaarst vom Verein F3k bereits geleistet durch das Projekt „Schüler treffen Künstler“
  • Gastkünstler aus Nachbarkreisen – Die Herbstausstellung der Kaarster Künstler findet regelmäßig mit Gastkünstlern statt
  • Kunstform Inklusion – Das Kunstcafé Einblick ist ein seit Jahren ein sehr erfolgreiches Inklusionsprojekt in Kaarst
  • Info, wer, wo, was macht/Veranstaltungskalender - Kaarst hat dafür den digitalen Terminkalender auf www.kulturforum-kaarst.de  sowie auch eine Profilansicht über Künstlerinnen und Künstlern. Außerdem gibt es einen Überblick unter www.kaarster-kuenstler.de auf der alle zur Gruppierung der Kaarster Künstler (jurierte Künstler) vorgestellt werden
  • Partnerstädte-Austausch – Kaarst organisiert mit seiner Partnerstadt La Madeleine regelmäßig Konzerte, Kunstausstellungen und auch Museumsbesuche
  • Atelierräume schaffen
  • Themenbezogene Ausstellungen – die Kaarster Künstlerschaft organisierte bereits in letzter Zeit themenbezogenen Ausstellungen, z.B. „Das Geheimnis der Farbe Grau“  und „Wann ist der Mensch ein Mensch?“
  • Künstlerische Workshops – werden in Kaarst angeboten, z.B. von den Künstlerinnen Ursula Ringes-Schages und Michaela Kura (Museumspädagogin auf dem Tuppenhof)
  • Eine kreiswerte Plattform – In Planung ist, die digitale Plattform www.kulturforum-kaarst.de kreisweit auszubauen
  • Netzwerk – siehe die digitale Plattform www.kulturforum-kaarst.de  als Informationsquelle und Netzwerk für Kulturschaffende und Kulturinteressierte
  • Support von digitalem Lernen für Social Media – nach Vereinsgründung will der Verein KulturForum Kaarst e.V. ebendiesen Support anbieten zur Optimierung der künstlerischen Arbeit
  • Tausch-Börse von künstlerischem Wissen und gemeinsame Nutzung von Arbeitsmitteln
  • Würdigung des Lebenswerks von Künstlern und Künstlerinnen – Kaarst ehrt alle Künstler zum 80-jährigen Geburtstag mit einer Einzelausstellung, über eine Herabsetzung des Alters könnte diskutiert werden
  • Gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit
  • Künstlerische Namens- und Adressliste erstellen (s.o. ist vorhanden, Beachtung von Datenschutz)
  • Künstlerischer Überblick (gemeint sind nicht individuelle postings auf Instagram etc.) sondern ein Gesamt-Überblick – siehe www.kulturforum-kaarst.de mit den kunstübergreifenden Rubriken

Bei so viel Übereinstimmung von Wunsch auf der einen und Wirklichkeit auf der anderen – der Kaarster Seite - sollten sich unsere Nachbargemeinden einfach mal Gedanken machen, wie sich die kulturellen Programme ihrer Städte auf eine gemeinsame digitale Plattform und ein gemeinsames Netzwerk mit gemeinsamen Know-How für neue künstlerische Experimentierfelder verwirklichen lassen. Die Infrastruktur, die steht, für alles weitere braucht es neben men- and women-power natürlich Geld, aber das sollte die Kultur uns wert sein. (bh).-

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