Kraftwerk der Formen
von Birgit Hannemann
Das Trafohaus als lebendiges Dialogfenster zwischen Mensch und Natur
Ein zauberhaftes Treffen im Vorster Wald und große Aufmerksamkeit für das erste ausgestellte Kunstwerk im „Kunstraum Trafohaus“. Markus Albiez, Vorsitzender des Kunstverein Nordkanal e.V., begrüßte die vielen Gäste mit der humorvollen Bemerkung, „das Trafohaus sei ja fast eine Dependance der LAGA“, und bedankte sich bei der Künstlerin Stephanie Hermes, die das Trafohaus jetzt drei Monate lang bespielen wird. Sein Dank galt auch den vielen Sponsoren und Helfern, ohne die dieses Projekt unmöglich gewesen wäre: der Sparkasse Neuss, der Bürgerstiftung Kaarst, den Stadtwerken Kaarst, den lokalen Handwerksbetrieben und der Unterstützung der Stadt Kaarst durch Dorothee Kraus bei der Organisation.
Das Mini-Museum ist nicht begehbar und versteht sich von daher mehr als reiner Kunstraum: Sein künstlerisches Innenleben wird durch zwanzig Gucklöcher sicht- und erlebbar, von außen zu allen Tages- und Nachtzeiten betrachtbar…eine Sperrstunde gibt es nicht.
Landrätin Katharina Reinhold, Schirmherrin des Projekts, gratulierte herzlich und sagte in ihrer Laudatio, sie hätte niemals gedacht, dass so etwas Schönes entstehen könne, sie war schlichtweg begeistert. Bürgermeister Horn-Heinemann betonte, Kunst verbinde Menschen und freute sich über die gelungene Umsetzung des Projekts, das mitten im Wald ein eindrucksvolles Kunsterlebnis zwischen Natur und Menschen schaffe. Anwesend waren mit ihm insgesamt drei Bürgermeister sowie Nina Lennhof, stellvertretende Bürgermeisterin, die allesamt in unterschiedlicher Weise bereits in der Vergangenheit mit dem Projekt verbunden waren – ein Zeichen für eine langwierige Entwicklungsphase und beharrliche Arbeit bis zur Realisation.
Aus der Feder der ehemaligen Galeristin Dr. Brigitte Splettstößer kamen erläuternde Worte zu Stephanie Hermes und zu ihrer Kunst insgesamt. Als bevorzugtes Material der Künstlerin gilt Holz. Aus oft schweren Fundstücken formt sie abstrakte Skulpturen mit der Kettensäge. Hermes lebt und arbeitet sowohl in Korschenbroich als auch in Limoux/Frankreich. Holz stehe im Zentrum ihres Schaffens und passe hervorragend in diese Umgebung, das Holz sei den Farben des Waldes angepasst. Die gefundenen Stücke werden mit viel Power und Energie bearbeitet, wurden in diesem Fall zu einer abstrahierten Waldfrau, sind sichtbar aus verschiedenen Perspektiven und befinden sich in einem dialogischen Prozess mit dem Betrachter. „Die Natur zeigt mir den Weg“, lautet der zentrale Leitsatz der Künstlerin. (bh)