Kino Kaarst – Eine Erfolgsgeschichte

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Kino Kaarst – Volles Haus in der Abendvorstellung; Foto: Klaus Stevens
Kino Kaarst – Volles Haus in der Abendvorstellung; Foto: Klaus Stevens

Im übernächsten Jahr feiert das Kino Kaarst sein 30-jähriges Jubiläum. Denn seit 1996 heißt es im Albert-Einstein-Forum „Immer wieder mittwochs“ und es werden anspruchsvolle und unterhaltsame Filme gezeigt. Bis 2014 gehört es als Außenleinwand zum Hitch in Neuss. Dann wurde endgültig auch in Kaarst die längst überfällige Umstellung von analog auf digital vollzogen. Da das Hitch sich die Kosten für die technische Aufrüstung nicht leisten konnte, übernahm die Stadt Kaarst die Trägerschaft und Klaus Stevens kam im Rahmen seines Jobs als Kulturmanager beim Kulturamt der Stadt Kaarst als Organisator für das Kino ins Spiel und übernahm in Kooperation mit der Schauplatz Langenfeld GmbH die Logistik, die Werbung und das Marketing. Als Filmvorführer blieb der langjährige Mitarbeiter Marijn Groenendijk erhalten, fast von Anfang an dabei. Als Stevens 2017 in den Ruhestand ging, verabschiedete sich die Stadt Kaarst als Veranstalter. Es wurde ein neuer Vertrag mit der Schauplatz Langenfeld GmbH geschlossen und Stevens führte seine Tätigkeit für das Kinogeschehen in Kaarst nun in seinem Unruhezustand weiter.
Seitdem hat sich das Kino stets entwickelt und als Programmkino etabliert. Es kommen weiterhin eher Arthouse-Filme ins Programm als Blockbuster und das Kino Kaarst konnte mit diesem Konzept seine Besucherzahlen steigern. Ein Einschnitt kam, als 2019 das AEF saniert wurde und das Kino in die Realschule an der Halestraße umziehen musste. Weniger Plätze, weniger Zuschauer, alle Sitzplätze nur ebenerdig. Ein weiterer großer Einschnitt erfolgte im März 2020, weil das Kino in der Halestraße von heute auf morgen plötzlich wegen der Corona-Pandemie ganz schließen musste. Als der Kinobetrieb im Oktober 2020 schließlich in einem teilsanierten AEF weitergehen konnte, unter Maßnahme aller vorgeschriebenen Hygienemaßnahmen, musste verständlicherweise peu à peu fast alles wieder aufgebaut werden. Zwischen Januar und August 2021 folgte abermals bedingt durch die Corona-Auflagen und wegen notwendiger Arbeiten am AEF-Heizungs- und Belüftungssystem eine Unterbrechung. Endgültiger Neustart war dann nach den Sommerferien am 11.08.2021.
Seitdem hat sich alles nicht nur wieder normalisiert, auch die Zuschauerzahlen haben sich erfreulicherweise auf 8.000 – 10.000 Kinogäste pro Jahr erhöht. Viele Besucher und Besucherinnen in Kaarst schätzen die kurzen und bequemen Wege und auch die Parkplätze vor der Tür, die es auch gehbehinderten Menschen möglich machen, am Kinoleben teilzuhaben. Geschätzt wird nach wie vor die Kinobar. Ein Service der - bis dato von Leni und Ingo Boschewski - mit der Rückkehr ins AEF von PS-Event geleistet wird. Auch der Filmvorführer hat gewechselt, mit Holger Hinsenbrock kam ein neues Gesicht ins Team. Nach vielen Jahren erfolgte im November 2023 eine moderate Preiserhöhung von 6 auf 7 Euro (bei Überlänge 8 Euro) pro Kinobesuch. Mit „Oppenheimer, Barbie, Past Lives, Anatomie eines Falls und Das Lehrerzimmer“ wurden 2023 Streifen präsentiert, die jetzt für den Oscar nominiert sind, der am 10. März in Los Angeles verliehen wird. Kürzlich wurde mit „Perfect Days“ der neueste Film von Wim Wenders vorgeführt und bescherte dem Kino Kaarst ein volles Haus.
Bleibt noch zu erwähnen, dass Klaus Stevens sich immer auch um spezielle Zielgruppen bemüht, seien es die Kinder aus den Kaarster OGS (offene Ganztagsschulen) oder Kinder aus der Ukraine. Auch eine Kooperation mit dem KulturForum Kaarst e.V. stand bereits auf dem Programm: Im Dezember wurde für das kunst- und kulturinteressierte Publikum der Film „Anselm - Das Rauschen der Zeit“ von Wim Wenders aufgeführt. Und für den Sommer 2024 ist was ganz Besonderes in Arbeit: An vier aufeinanderfolgenden Tagen ist in Zusammenarbeit mit dem Kulturbereich der Stadt Kaarst ein Open-Air-Event geplant – bei hoffentlich schönem Wetter abends auf großer Leinwand unter den Bäumen im Schulhof des Gymnasiums. Die Vorbereitungen laufen. Das alles ist natürlich nicht ohne ehrenamtliche Mitarbeiter zu bewältigen. Ein Team, das Klaus Stevens schon seit Jahren treu zur Seite steht und für deren Mitarbeit er sehr dankbar ist (bh).

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