In die Zeit gefallen – Fotoausstellung von Robert Jordan
von Birgit Hannemann
„Irgendwas ist immer“ – und am Samstag, 11. April, war es die großartige Ausstellungseröffnung von Robert Jordan im Kulturbahnhof Korschenbroich. Zahlreiche Gäste waren gekommen, um dem Fotokünstler ihre Reverenz zu erweisen, in Korschenbroich ist er schließlich kein Unbekannter. Bereits 2009 gründete er die Initiative KiK – Kunst in Korschenbroich – eine künstlerische Erfolgsgeschichte. Er war Mitorganisator des Rommerskirchner Kultursommers und engagiert sich im Kunstverein Kunst.Punkt Neuss e.V. Zudem fungiert er als Kurator der Kunstausstellungen im Kloster Langwaden, wo er gemeinsam mit Prior Pater Bruno Robeck ein kreatives Team bildet und das Projekt kontinuierlich in die kulturelle Begegnungs- und Vernetzungsarbeit der Region integriert.
Nach der Begrüßungsrede von Hilla Baecker, Museumsleiterin des Kulturbahnhofs Korschenbroich, folgte eine Einführungsrede der beiden Töchter von Robert Jordan – eine nette und sehr persönliche Geste zu Ehren des Vaters und Fotokünstlers. Besonders hörenswert war anschließend auch das Vater-Tochter-Duo Justine (Vocals) und Steve Catran (Gitarre). Mit ihrer von Blues und Folk geprägten Musik setzten die beiden markante Akzente und verbreiteten eine stimmungsvolle Atmosphäre. Insgesamt war die Veranstaltung geprägt von Familie und Freunden, die mit kleinen Beiträgen ihren Anteil an der gelungenen Vernissage leisteten und sie zu einem sehr persönlichen Erlebnis machte.
Das Betrachten der Fotoarbeiten kann man als „genussvolle Entdeckung“ beschreiben: Jordans Bilder erzählen Geschichten – aus der Bretagne, von niederländischen Nordseedünen, von Trödelmärkten in Düsseldorf-Flingern, aus Padua/Italien, von der Rockband BAP und weiteren Motiven. Nichts von diesem ersten Zyklus ist gestellt, alles ist gefunden. „Die Motive finden ihn“, sagte eine seiner Töchter und verriet, dass ihr Vater jeden Morgen per Handy neue Aufnahmen mit ihnen teilt.
Der zweite Zyklus zeigt Bilder und Texte zu Bob Dylans bekanntem Protestlied „The Times They Are a-Changin’“, übersetzt in Jordans fotografische Sprache. Ein Song aus dem Jahr 1963 und Aufruf zu einer weltweiten Jugendbewegung in eine neue Epoche. Liest man die Texte heute – rund 60 Jahre später – gewinnen sie gesellschaftlich eine vollkommen neue Konnotation und man erinnert sich umso lieber an die alten Zeiten zurück.
Die gerade eröffnete Ausstellung läuft jetzt bis zum 17. Mai und ein Besuch lohnt sich. Wann? Immer wieder sonntags im Kulturbahnhof Korschenbroich, nachmittags von 14 bis 17 Uhr (bh).-
In diesem Zusammenhang sei auch auf eine Sonderveranstaltung im Kulturbahnhof am 3. Mai 2026 hingewiesen: Ab 14 Uhr heißt es dort „Zu Gast bei Bob Dylan“. Die Einführung übernimmt Robert Jordan, die Musik kommt von John Born.