Ansichtssache: Einfach zu guten Fotos – Kunstprojekt für Jugendliche startet im März
von Birgit Hannemann
Hierbei handelt es sich um ein Förderprojekt des F3k e.V., das sich an Jugendliche wendet zur Unterstützung ihrer sozialen und emotionalen Kompetenzen und über das Medium der Fotografie einen Zugang zu Kunst und Kultur eröffnen möchte. Die Idee war, Jugendliche im Alter von ca. 10 - 16 Jahren, die wie selbstverständlich Selfies machen und bei Instagram einstellen und liken, für ein Projekt zu gewinnen, bei dem sie alternativ mit einer Kamera fotografieren lernen und damit ihr Fotografieren mit dem Smartphone ganz neu einordnen. Die Jugendlichen kommen aus einem Umfeld, in dem soziale und gemeinschaftliche Unterstützung häufig weniger ausgeprägt ist. Durch die gemeinsame Arbeit in den Kursen und die positiven Erlebnisse mit der Fotografie möchten wir ihr Selbstvertrauen stärken und sie für Kunst und Kultur begeistern.
Im Vordergrund steht die einfache Fotografie als individuelle Gestaltung von Bildern, angeleitet durch zwei professionelle Fotografen. Für das Projekt konnten Michaela Kura gewonnen werden, Künstlerin und Museumspädagogin auf dem Tuppenhof in Kaarst, Gerlind Engelskirchen, professionell ausgebildete Fotografin und Fotokünstlerin aus Kaarst, und der Kölner Fotograf und Filmemacher Timo Vogt. Die beiden Fachfrauen und der junge Künstler, alle mit Erfahrung in der künstlerischen Jugendarbeit, wollen die Jugendlichen in einen künstlerischen Schaffensprozess einbinden, denn die Wahrnehmung eines Motivs, die Fähigkeit zum Auswählen eines Bildausschnitts, die Nähe zum Objekt, die subjektive Gestaltung eines Bildes und viele andere Voraussetzungen zum Entstehen guter Fotos stellen wesentliche Faktoren dar, um den Blick zu schärfen. Dabei soll es keine Rolle spielen, ob das Motiv mit einem Smartphone oder einer Digitalkamera festgehalten wird. Als weitere positive Erfahrung wird den Jugendlichen die Zusammenarbeit mit Gleichaltrigen und Respekt und Selbstbewusstsein vermittelt. Aktiv am künstlerischen Schaffensprozess teilzuhaben, wird so zu einem prägenden Erlebnis. Zu den Highlights der Fotokurse zählen der Besuch des belebten Kaarster Wochenmarktes und das Erleben von Ruhe und Natur auf dem Museumsbauernhof, dem Tuppenhof. Die Jugendlichen lernen, auf dem gemeinsamen Weg achtsam „ihr“ spezielles Motiv zu suchen und selbst zu bestimmen. Es geht nicht darum, schnell viele Bilder zu machen und zu teilen. Vielmehr soll die fotografische Gestaltung hinsichtlich technischer und ästhetischer Aspekte realisiert werden.
Den Abschluss des Projekts bildet eine Ausstellung im Juli 2025, die der Öffentlichkeit die fotografisch-künstlerischen Ergebnisse der Jugendlichen zeigen wird. Großformatige Portraits als Gegenüberstellung von Fotos, die mit der Kamera gemacht wurden und Selfies von jedem der beteiligten Jugendlichen.
Die Vernissage wird am 8. Juli um 18 Uhr in der Rathausgalerie im Rathaus Kaarst, Am Neumarkt 2, sein.
Die Ausstellung kann dann bis zum 12. Juli zu den üblichen Öffnungszeiten des Rathauses besucht werden.
Der F3k e.V. bildet ein lokales Bündnis mit der Martinusschule Kaarst und dem Kinder- und Jugendhaus Bebop e.V. Kaarst. Start des halbjährigen Projekts ist Anfang März 2025.
Das Projekt wird gefördert durch den BBK Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler e.V. über sein Programm „Wir können Kunst“ in dem vom Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft aufgelegten Programm „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ mit der Zielsetzung der Förderung und Stärkung künstlerischer, kultureller und sozialer Kompetenzen von Jugendlichen, Verbesserung des Selbstvertrauens und Eröffnung eines Zugangs zu Kunst und Kultur. JM und BH