Andalucia
von Birgit Hannemann
Sonntagabend in der Kaiser-Friedrich-Halle in Mönchengladbach: ein Konzert von Daniel Martinez und seiner Flamenco Company. Eine faszinierende Mischung aus Flamenco-Gitarre, Gesang und Tanz – ein Abend, den ich so schnell nicht vergessen werde. Mit einer hochkarätigen Formation stand Daniel Martinez auf der Bühne. Die mitwirkenden Künstler waren die Sängerin und Choreografin Inma Montero, der Sänger Danielo Olivero, die Tänzerin María Insa, Julián Ticotico an der Percussion, Óscar Martínez am Euphonium, Bárbara González an der Violine, Elizabeth Stockton am Kontrabass – und schließlich er selbst: Hauptgitarrist, Komponist und kreativer Motor der Company. Ein wahrer Wirbelwind an Energie und Ausdruckskraft.
Gemeinsam nahmen die acht Künstler das Publikum mit auf eine Reise durch Andalusien – von Granada über Huelva bis nach Málaga, Almería, Jaén, Sevilla, Córdoba und Cádiz. Durch das eindrucksvolle Zusammenspiel von Musik, Gesang und Tanz interpretierten sie nicht nur die regional unterschiedlichen Flamenco-Stile, sondern setzten diese zugleich in einen zeitgemäßen, musikalisch neuen Kontext. Eine besondere Bedeutung hatte dabei die Stadt Córdoba, die Daniel Martinez besonders am Herzen liegt: Dort wurde er geboren und dort absolvierte eine 14-jährige Ausbildung am „Königlichen Konservatorium für Musik“ - in der Stadt mit dem maurischen Erbe.
Im Jahr 2017 gründete er die „Daniel Martinez Flamenco Company“ mit dem Ziel, den Flamenco in jede Stadt der Welt zu bringen. Bis heute hat er drei Produktionen geschaffen, die bereits von über 120.000 Zuschauerinnen und Zuschauern in Ländern wie Spanien, den Niederlanden, Belgien, Irland, Deutschland und dem Vereinigten Königreich besucht wurden. Mit seiner Musik wirkt Daniel Martinez als Vermittler zwischen den Kulturen. Die „Daniel Martinez Flamenco Company“ verfolgt dabei einen ganz besonderen Weg: Sie schlägt eine Brücke zwischen andalusischer Tradition und dem internationalen Publikum. Flamenco ist eine tief in der spanischen Kultur verwurzelte Kunstform, die seit 2010 sogar als immaterielles Kulturerbe anerkannt ist. Besonders berührend war es zu erleben, dass in Mönchengladbach neben vielen deutschen Besucherinnen und Besuchern auch zahlreiche in Deutschland lebende Spanierinnen und Spanier jeden Alters zusammenkamen. Als Ausdruck ihrer kulturellen Identität und tiefer Verbundenheit mit ihren Wurzeln teilten sie die Freude und die Emotionen, die dieses Konzert ausstrahlte.
„Andalucía“ ist eine atemberaubende Flamenco-Produktion, begleitet von einem Kammerorchester-Ensemble. Die preisgekrönte Gruppe hat ihren Sitz übrigens in Edinburgh/Schottland und bringt andalusische Kultur auf höchstem künstlerischem Niveau auf die Bühnen Europas. Seit dem 24. Januar 2026 ist die Company auf einer umfangreichen Deutschlandtournee, die sie unter anderem jetzt noch nach Leipzig, Karlsruhe, Stuttgart, Hamburg, Berlin, Bremen und Lübeck führt und die am 10. Februar in Hannover endet. Nach einer kurzen Pause geht es danach weiter nach Irland. Die Konzerte sind fast immer ausverkauft – wer also noch die Chance auf Tickets haben möchte, sollte schnell im Ticketshop unter
www.danielmartinezflamenco.com vorbeischauen.
Dieses Konzert hat meine spanische Seele tief berührt. Ich fände es grandios, wenn das KulturForum Kaarst und der Kultursommer Kaarst in einer gemeinsamen, konzertierten Aktion diese außergewöhnliche Gruppe nach Kaarst holen könnten – das wäre bestimmt ein unvergesslicher Abend im Kaarster Sommer. Wahrscheinlich können wir das niemals finanzieren … aber man darf ja mal träumen. Zum Beispiel von Sponsoren 😉 (bh).-