Am Sonntag lädt Kaarst ein zum „Digitalen Unabhängigkeitstag"
von Kaarster Extra-Tipp
Kaarst | Das moderne Leben findet mittlerweile zu einem großen Teil online statt, es wird dominiert von Computern, Internet, Smartphones und sozialen Medien. Namen wie Whatsapp, Microsoft, Tiktok, Facebook und Co. sind allgegenwärtig. Das bringt viele Vorteile und erleichtert den Alltag, doch die damit verbundene Vernetzung hat auch ihre Schattenseiten. Mit teuren Updates, Knebelverträgen und Unklarheit darüber, wo die persönlichen Daten landen, haben sich viele Menschen abgefunden. Doch die Tech-Giganten sind nicht alternativlos. Nach dem erfolgreichen Auftakt im März findet morgen, Sonntag, 12. April, 14 Uhr, der zweite Digital Independence Day (DI.DAY) in Kaarst statt. Diesmal im Multifunktionsraum des Albert-Einstein-Forums (AEF). Ziel ist es, Menschen über Wege zu mehr digitaler Selbstbestimmung und Unabhängigkeit von großen Tech-Konzernen zu informieren. Der DI.DAY ist Teil einer bundesweiten Initiative: In ganz Deutschland werden derzeit rund 600 Veranstaltungen organisiert, bei denen sich Bürger über Alternativen zu zentralisierten Plattformen und datenhungrigen Online-Diensten austauschen. Bereits der erste DI.DAY am 8. März stieß auf großes Interesse. Die Besucher informierten sich über Themen wie Datenmissbrauch und die wachsende Macht der großen Tech-Unternehmen. Gleichzeitig wurden Alternativen vorgestellt, etwa das dezentrale Fediverse als Alternative zu klassischen sozialen Netz- werken. Eine lebhafte Diskussion zeigte, dass viele Menschen nach Möglichkeiten suchen, ihre digitale Souveränität zurückzugewinnen. Beim kommenden Treffen steht vor allem das Betriebssystem Linux im Mittelpunkt. Die freie Software gilt als stabile und ressourcenschonende Alternative zu Windows oder MacOS. Besonders interessant ist sie für ältere Computer: Mit Linux können viele Geräte weiterhin genutzt werden, obwohl sie für aktuelle Windows-Versionen offiziell nicht mehr unterstützt werden. Vor Ort helfen Mitglieder der Kaarster Linux User Group (KaaLUG) sowie weitere IT-Aktive Interessierten beim Einstieg und beraten zu Installation, Programmen und möglichen Umstiegsstrategien. Der DI.DAY soll in Kaarst künftig regelmäßig stattfinden – meist am zweiten Sonntag im Monat. Neben Linux werden weitere Themen behandelt, etwa datenschutzfreundliche Messenger, alternative E-Mail-Anbieter oder der Umstieg auf dezentrale Netzwerke im Fediverse. Mit dabei sind neben der KaaLUG auch die Computerfreunde Niederrhein sowie Mentoren der Culture Hacking Partys des Kulturforums Kaarst. Die Treffen setzen auf offenen Austausch, praktische Unterstützung und gemeinsames Lernen – nach dem Motto: „Alle für alle." Jede und jeder kann Fragen stellen, Erfahrungen teilen oder eigene Lösungen einbringen. Die Teilnahme ist kostenlos. Weitere Informationen gibt es auch unter: https://www.kulturforum-kaarst.de.
Thomas Broich