50 Jahre Herbstausstellung der Kaarster Künstler – Ein Jubiläum der Kreativität und Vielfalt
von Birgit Hannemann
In diesem Jahr feiert die Herbstausstellung der Kaarster Künstler ihr 50-jähriges Bestehen – ein Meilenstein, der nicht nur die Geschichte der lokalen Kunstszene, sondern auch die Lebendigkeit und Kreativität unserer Stadt reflektiert. Zur Feier des runden Jubiläums hatte die Stadt Kaarst am Freitagabend, 28. November, zur Vernissage in die Städtische Galerie in Büttgen eingeladen. Zum ersten Mal eröffnete der neue Bürgermeister Christian Horn-Heinemann die Ausstellung, hob ihre Bedeutung hervor und sparte nicht an lobenden Worten: Die Herbstausstellung gelte als ein faszinierendes Zeugnis der künstlerischen Entwicklung Kaarsts in den letzten fünf Jahrzehnten. Mit mitreißenden Saxophonklängen sorgte Britta Mölders gleich zu Beginn für eine gute Stimmung – unterstützt von einem musikalischen Partner am Keyboard.
Anschließend stellte Kunstvermittler Thomas Janzen von den Kunstmuseen Krefeld die Jubiläumsausstellung vor, „die mit einer beeindruckenden Vielfalt an Kunstwerken die schöpferische Kraft der Stadt widerspiegele“, ohne explizit auf einzelne Werke einzugehen.. „Die ganze Stadt darf stolz sein auf dieses Ausmaß an Kreativität“, betonte Janzen. „Die Künstler gehen mit Techniken und Formaten um, die nicht alltäglich sind und machen Kunst spürbar. Der Austausch von Ideen und Gedanken sei essenziell für unser Leben und unsere Gesellschaft. Kunst habe eine enorme Bedeutung und präge unser tägliches Leben auf vielfältige Weise.“
Die Ausstellung präsentiert 60 Werke von 34 Künstlerinnen und Künstlern aus Kaarst, die einen breiten Bogen künstlerischer Ausdrucksformen spannen – von Malerei über Holzschnitte zu Fotografien bis hin zu Objekten, wobei dieses Mal nur ein Objekt dabei ist, das von Petra Groh stammt. Hervorzuheben ist, dass vier Künstler erstmals an der Herbstausstellung teilnehmen und mit ihren frischen Impulsen die Schau bereichern. So bleibt die Ausstellung nach fünf Jahrzehnten nicht nur lebendig, sondern überrascht auch immer wieder mit neuen Perspektiven und Entdeckungen.
Künstlersprecherin Maria Höveler, die maßgeblich an Organisation und Hängung beteiligt war, würdigte die kontinuierliche Arbeit der vergangenen fünf Jahrzehnte und zeigte sich erfreut über die Entwicklung der Herbstausstellung. „Man hätte sicherlich auch eine Chronik der letzten 50 Jahre erstellen können“, sagte sie, „aber wir wollten lieber etwas Frisches und Modernes präsentieren.“ So wurde von Thomas Weiers eine eigens produzierte Slide-Show erstellt, die an diesem Abend erstmals gezeigt wurde. Die stimmungsvolle Rückschau nimmt die Besucher mit auf eine Zeitreise durch 50 Jahre Herbstausstellung, mit alten Fotografien, Einladungskarten und Plakaten sowie Erinnerungen an Künstlerinnen und Künstler, die Teil der Ausstellung waren und diese über die Jahrzehnte mit geprägt haben.
Besondere Aktionen im Rahmen des Jubiläums waren die fünfwöchige Dekadenausstellung, die auf eine Idee von Beate Palmen zurückging und fünf Wochen lang in der Glasgalerie vom Rathaus Kaarst mit jeweils unterschiedlichen früheren Werken gezeigt wurde. Auch der Kaarster Stern, das Stadtlogo, wurde im Rahmen des Jubiläums von einigen Künstlern neu interpretiert – die Neugestaltungen der Sterne sind noch bis zum 11. Januar 2026 in der Rathausgalerie zu sehen. Den Abschluss der Veranstaltungsreihe anlässlich des Jubiläums bildet die Präsentation „Das kleine Format“, die ab dem 13. Dezember im Atrium vom Rathaus Kaarst zu besichtigen ist.
Die Auswahl der gezeigten Werke traf eine kompetente Jury, bestehend aus Ute Kaldune, Klaus Richter und Dr. Christian Krausch. Sie entschied sich unter anderem für zwei Fotografien von Gerlind Engelskirchen, wie immer kunstvoll komponiert und von eindrucksvoller Intensität. Ausgewählt wurden außerdem zwei Arbeiten von Elke Beyer, ehemalige Salix-Künstlerin. Ihre Ölbilder auf Leinwand – Blumen und Kompost – beeindrucken durch besondere, eher ungesättigte und sanfte Farbkompositionen. Ebenso überzeugen die Holzschnitte des Kaarster Rathauses von Maria Höveler, in die sie ein „R“ und „K“ integriert hat – möglicherweise ein Hinweis auf eine Reduzierung der Kultur im Kaarster Rathaus. Zu den weiteren herausragenden Beiträgen gehören die Fotografien von Amédé Ackermann, Kunstförderpreisträger der Stadt Neuss und Meister der Fotomontage und digitalen Bildbearbeitung. Große Aufmerksamkeit zieht auch die Materialarbeit von Horst Schulzendorf auf sich, die mich an Gesteinsformationen erinnert. Nicht zuletzt überzeugen die Werke von Elke Weiers, deren Arbeit das Blau des Meeres auf besondere Weise einfängt. Birgitt Verbeek ist mit mehreren abstrakten Arbeiten vertreten, darunter Papiercollagen. Bettina Post zeigt diesmal keine Gemälde, sondern in Nebel gehüllte, leicht verschwommene Strandfotografien. Ursula Ringes-Schages präsentiert sich mit einer ungewohnten Farbgebung – ihre diesjährigen Arbeiten sind gelb coloriert. Ebenfalls wieder dabei ist der Skalpellstichkünstler Ferdinand Nilgen ebenso wie Marc Herzog, der zwei bearbeitete Porträts von Mahatma Gandhi und Nelson Mandela zeigt. Einer der erstmals vertretenden Künstler ist Necati Özen, vielen bekannt vom Kunstcafé Einblick, dessen lebensfrohes buntes Bild auch direkt am ersten Abend eine Käuferin fand. In Gedenken an Ada Blochwitz, die Künstlerin, die seit Jahren mit ihren Bildern die Herbstausstellung bereicherte und im April dieses Jahres verstorben ist, ist auch eines Ihrer Bilder aus der Reihe „Tapire“ zu sehen.
Die Herbstausstellung ist noch bis zum 11. Januar 2026 in der Städtischen Galerie Kaarst, Rathausplatz 23, zu besichtigen. Die Ausstellung endet mit einer Finissage, die das Jubiläum gebührend abschließen wird. Ein Besuch lohnt sich für alle, die die kreative Vielfalt und die spannende Geschichte der Kaarster Kunstszene entdecken möchten. Die Jubiläumsausstellung ist nicht nur ein Rückblick auf 50 Jahre Kulturgeschichte, sondern auch ein Ausblick auf die zukünftige Entwicklung der Kunst in Kaarst – lebendig, vielfältig und stets voller Überraschungen. Bei 60 Arbeiten kann nicht jede einzelne hier erwähnt werden. Daher die Empfehlung: Schauen Sie sich die Ausstellung an. Die Öffnungszeiten in Büttgen sind: Montag bis Mittwoch 9 bis 15.30 Uhr, Donnerstag bis 17 Uhr, Freitag 9 bis 12 Uhr und sonntags von 11 bis 17 Uhr. In der Zeit vom 24.12.2025 bis zum 02.01.2026 bleibt die Galerie geschlossen (bh).-
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